Azoren – Teil III

Mmh eigentlich sollten es gar nicht so viele Teile werden… zu meiner Verteidigung ich bin schwer verliebt in die Azoren. Weiter geht es also mit meinen persönlichen Highlights.

Chá Gorreana

Chá Gorreana zählt zu einer der drei einzigen Teeplantagen in Europa und ist definitiv einen Abstecher wert. Neben der Besichtigung des Produktionsbetriebes (übrigens kostenlos), könnt ihr hier bei einer Tasse Tee (ebenfalls kostenlos) den Tag  mit Blick über die Teeplantage gemütlich ausklingen lassen. Habt ihr euch noch nicht genug ausgepowert? Kein Problem, schaut euch doch die Plantage ein wenig näher an und streift über den Rundweg durch die Teefelder. Dabei bekommt ihr einen fantastischen Ausblick bis runter zur Küste geschenkt und das, ihr dürft raten, kostenlos…  Natürlich gibt es einen  kleinen Laden in dem man Tee, Marmeladen und Gebäck kaufen kann. Ich habe mir schon vor Jahren angewöhnt verschiedene Teesorten aus meinen Urlauben mit nach Hause zubringen. Wenn man dann zu Hause den Tee zubereitet, kommen gleich die Urlaubsgefühle wieder hoch. Ich kann sowohl den Orange Pekoe wie auch den Broken Leaf sehr empfehlen. Wobei ihr den Zweiten vorab probieren könnt. Beide Teesorten sind sehr milde schwarze Tees, die nicht nur pur sehr gut schmecken, sondern sich ebenfalls hervorragend zur Zubereitung von Eistee eignen.  Euch fehlt es am Rezept? Dann geht’s hier zum DIY Eistee

 

Sete Cidades & verlassenes Hotel Monte Palace

Ruft man über Google die Sehenswürdigkeiten von Sao Miguel auf, stolpert man zwangsläufig fast als Erstes über den Sete Cidades, einen vulkanischen See im Westen der Insel. Einen Ausflug kann man wunderbar mit einen Abstecher zum verlassenen Hotel Monte Palace vereinen. Aber ich muss euch warnen… in meiner gesamten Woche auf der Insel bin ich wirklich wenigen Touristen begegnet. Um so mehr war ich von der schieren Anzahl von Reisebussen mit Touristen entgeistert, die aus dem nichts auftauchten. „Hilfe, schnell weg hier!!!“ war mein erster Gedanke. Klar man hat einen famosen Blick auf den Sete Cidades, gar keine Frage. Aber dieses Monstrum von einem Hotel ist wirklich ein absoluter Dorn in meinem naturliebenden Auge. Mir ist schleierhaft wie man in eine so unglaublich tolle Landschaft einen solch hässlichen Betonklotz setzten kann. Vielleicht war ich auch deswegen nicht mehr so begeisterungsfähig für den größten See der Insel. Oder es lag am eher bewölkten Himmel der die verschiedenen Farben des Sees nicht so richtig hervorheben konnte. Der See besteht aus zwei Teilen. Der kleinere vordere Bereich scheint in einem leuchtendem Grün, während der hintere Teil in einem tollen Blau erstrahlen soll. So zu mindestens in der Theorie. Warum ich es dennoch mit in die Highlights aufnehme? Irgendwie gehört es trotzdem dazu und ein Abstecher tut bei der geringen Größe der Insel nicht wirklich weh.

 

Furnas See

Eigentlich war der Tag mit nur einem kurzen Ausflug zu den nahgelegenen Fumarolen des Furnas Sees geplant. Ihr ahnt es sicher schon, es kam anders. Aber fangen wir am besten vorne an. Der Furnas See ist der zweit größte See der Insel und liegt im Osten in Mitten eines Naturschutzgebietes. Dementsprechend beeindruckend ist die Umgebung rund um den See. Direkt am Ufer findet man neben Fumarolen und Caldeiras (Dampfquellen) auch kleinere Geysire. Da diese Erscheinungen vulkanischen Ursprungs sind liegt ein durchdringender Geruch nach Schwefel in der Luft. Außerdem findet sich hier eine wirklich interessante Möglichkeit Essen zuzubereiten. Das traditionelle  Nationalgericht „Cozido das Caldeiras“ ist eine Art Eintopf, der in den heißen Erdlöchern rund um den See eingegraben wird und dann einige Stunden in der Erde vor sich hin schmort. Schön anzusehen ist das Gericht wirklich nicht. Aber ich bin der Meinung man sollte sich im Urlaub durchaus auch mal die einheimische Küche des Landes „antun“. Wobei „antun“ nun wirklich nicht das richtige Wort dafür ist. Der Cozido besteht aus verschiedenen Fleischsorten die zusammen mit Gemüse gegart werden. Durch den Verbleib im Erdloch, sind die Lebensmittel den Schwefeldämpfen ausgesetzt, wodurch das Gericht seinen typischen Geschmack erhält. Natürlich ist der Cozido nicht ausschließlich mit Fleisch zu bekommen, auch Fisch und vegetarische Variationen finden sich auf diversen Speisekarten wieder. Eins haben alle Varianten des Gerichtes jedoch gemeinsam, sie werden in einer gigantischen Portionsgröße serviert.

Am Furnas-See gibt es sowohl die Möglichkeit den See zu umrunden wie auch diverse andere Wanderpfade einzuschlagen. Nachdem die Fumarolen ausgiebig besichtigt waren, zog es mich weiter am See entlang. Ganz unscheinbar bog plötzlich ein Wanderpfad ab. Da der Blick den Hang hoch sehr vielversprechend aussah, wurde aus dem kurzen Ausflug eine etwas ausgiebigere Wanderung. Wasser war ausreichend in meinem Rucksack. Das Gleiche galt für meine Kamera, da konnte also nichts schief gehen. Vorab die Wanderung war extrem anstrengend weil sie die gesamte Kraterwand des Sees hinauf führte und das nahezu senkrecht. Aber sie war definitiv die schönste und beeindruckendste Wanderung des gesamten Urlaubs. Vorbei an einem verlassenen und bereits sehr verfallenem villenähnlichem Gebäude, über diverse Hängebrücken und wirklich abenteuerliche Wege, wird man mit einem atemberaubenden Blick über den See belohnt. Ein vierstündiger Ausflug der jeden einzelnen Tropfen Schweiß wert ist. Nebenbei fühlt man sich wie Lara Croft (in meinem Fall mit einer dezenten Umverteilung der Partien  Brust und Hintern) auf Entdeckungsreise.

 

Nordeste – Steile Klippen und Wasserfälle in Hülle und Fülle

Der vermutlich wildeste Teil der Insel ist der Bereich um Nordeste herum. Wunderschöne Aussichten über die Steilklippen hinweg, gepaart mit wilden Wanderwegen zu versteckten Wasserfällen. Unterwegs trifft man nur äußerst selten auf andere Menschen und kann damit vollkommen die Natur genießen. Manchmal bekommt man unverhofft Gesellschaft von Katzen oder Hühnern, die einen ein Stück des Weges begleiten, aber ansonsten ist man eher für sich alleine unterwegs. Der Wasserfall liegt ziemlich weit im Wald versteckt und der Weg stellte sich an diesem Morgen als etwas unwegsam heraus. Da es am Morgen einen kurzen Schauer gab, dampfte der gesamte Wald und der Boden war durch seinen Moosbezug ziemlich glitschig. Daher wurde sicherheitshalber die Kamera lieber drei vier mal mehr verstaut als sonst üblich. Sicher ist sicher und schließlich hatte ich erst anderthalb Jahre vorher meine alte Kamera in den USA geschrottet. Das brauche ich so schnell nicht noch mal…

 

Ihr hab die Teile I und II verpasst? Macht nichts hier gehts lang:

Azoren – Teil I

Azoren – Teil II

Azoren – Teil IV

 

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2 Kommentare zu „Azoren – Teil III“

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