Vom Tiefbau und einem kleinen Überraschungsei…

Der Bauherr an sich ist ein von Natur aus vorsichtiges Wesen. Aber Gott sei dank gibt es ja Murphy’s Gesetz… Also braucht sich der Bauherr gar keine Gedanken darüber machen, das etwas so kommt wie er es geplant hat. Denn es kommt sowieso anders als gedacht… Versprochen…

Ich hätte es also vorher wissen müssen. Spätestens aber nachdem im Vorfeld alles schief gelaufen war was schief laufen konnte. Ich hätte also wissen sollen, das die Pechsträhne noch nicht zu Ende sein sollte…

Ich habe Anfang Juni die Baugenehmigung bekommen, drei Wochen warten, dann kann es los gehen! Äh ja zu mindestens in der Theorie.

Mitte Juli… endlich, endlich gab es Veränderungen am Grundstück… vier blaue Holzpflöcke… das kleine Hoffnungstier kam also aus seiner tiefen Höhle rausgekrabbelt und blickte scheu hervor… Würde es jetzt wirklich los gehen? Nur 13 Monate nach dem der Grundstückskaufvertrag unterschrieben war?

Eine Woche später der Tiefbauer rückte an… Jubbelschreie vom Hoffnungstier… es geht looooooooos… und es ging los… jedenfalls für drei Tage… der Tiefbauer baggerte (verzeiht mir bitte diesen laienhaften Ausdruck, aber noch bin ich Bauherrin in Ausbildung) die obere Erdschicht zur Seite.

Am nächsten Tag kam LKW um LKW mit einer MENGE Frostschutz. Soweit so gut. Während ich am Abend also bewundernd auf meinem Grundstück stand und mich so über meinen ganzen Frostschutz freute, dachte ich mir schon das es wirklich eine riesige Menge Frostschutz ist… aber gut, wir haben einHanggrundstück, also erstmal nicht so seltsam das man die Höhen ausgleichen muss…  der folgende Tag brachte dann gegen Mittag mal wieder Ernüchterung mit sich. Der Tiefbauer hatte bereits 400 Tonnen Frostschutz angefahren, aber um auf das im Bauantrag angegebene Höhenniveau zu kommen waren noch mal mindestens 120 Tonnen notwendig… Beim abendlichen Grundstücksbesuch stand für mich fest, das die weitere Aufschüttung nicht stattfinden würde. Die armen Nachbarn schauten jetzt schon nur noch auf einen riesigen Erdhaufen und es sollten weitere 60 cm dazukommen? Das konnte ich mit meinem Gewissen nicht so einfach vereinbaren.

Einige Telefonate später war ich mir sicher das es wenn ich das Haus 60 cm tiefer einordnen lassen würde, keine Probleme mit a) dem Regenwasser b) der Kanalisation und c) dem Landkreis bekommen würde. Der Tiefbauer bekam somit die Info das wir das Gelände so beibehalten würden wie es jetzt war und der Bauleiter das soweit alles fertig sei zu beginnen…

Und dann wartete ich… und wartete… anfangs noch geduldig… doch als dann auch in der zweiten Woche nach dem unser Soll der Bodenarbeiten abgeschlossen war, immer noch nichts passiert war… wie soll ich es denn ausdrücken, wurde ich leicht ungehalten. Wenn eins als Fakt feststeht, dann ist es wohl meine Ungeduld… Diverse Menschen behaupten sogar ich sei, als die Geduld und die Diplomatie verteilt wurde im Keller gewesen, Kartoffeln holen.

Nach einigen relativ klaren Worten meinerseits, kam mir unser absolut hilfsbereiter und zuvorkommender Vertriebler zu Hilfe. Am folgenden Tag stand ein Bagger auf dem Grundstück und die Frostschürzen wurden ausgehoben. Endlich… Naja es wäre nicht unser Bauvorhaben, wenn nicht mindestens etwas schief gehen würde…. Beim Aushub der Frostschürze wurde unser Stromkabel gleich mit ausgehoben…  ganz so dramatisch war es jedoch nun doch nicht. Lediglich die Ummantelung bekam einen kleinen Treffer weg, das Kabel an sich blieb unversehrt.

Ich bin nun also endlich stolze Besitzerin einer fertigen Frostschürze.

Nächste Woche soll es dann weiter gehen mit der eigentlichen Bodenplatte… ich darf also gespannt sein…

Grüße von einer leicht genervten Bauherrin

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