London – My all times favorite

Wenn es etwas gibt was ich wirklich wirklich liebe, dann ist es wohl das Reisen. Ich liebe es neue Orte zu entdecken, Kulturen kennen zu lernen und Länder zu bereisen. Es gibt Orte die schaut man sich einmal an und findet sie toll, spannend und sehenswert. Und dann gibt es diese Orte, die dich immer wieder magnetisch anziehen. Die dich von mal zu mal mehr in ihren Bann ziehen. Ein solcher Ort ist für mich London.

Ich liebe es durch die Viertel zu streifen und immer wieder neue Ecken zu entdecken. Abwechslung wird in London groß geschrieben. Da stehen alte historische Gebäude direkt neben moderner Architektur. Was normalerweise fehlplatziert wirken sollte, harmonisiert miteinander. An jeder Ecke gibt es Restaurants die Leckereien aus der ganzen Welt anbieten. Märkte mit allerlei Klamotten, Nützlichem und Unnützem, Lebensmitteln und Blumen scheinen förmlich überall darauf zu warten entdeckt zu werden. Londons Straßen pulsieren. Der Broker steht im Pub neben dem Gemüsehändler und plaudert über Sport. So ist das eben in London.

Normalerweise zieht es mich jedes Jahr einmal in Englands Hauptstadt. Dieses Jahr habe ich es leider nicht geschafft. Der Bau beansprucht momentan unsere gesamte Aufmerksamkeit und frisst hier und da schon mal an unserem finanziellen Handlungsspielraum rum. ABER letzte Woche war es dann so weit, ich habe ein neues „Opfer“ an Land gezogen, jemand der London bis dato noch nie gesehen hat. Natürlich habe ich mich freiwillig angeboten als Guide. In 2019 geht es wieder in meine Lieblingsstadt, gemeinsam mit meiner Schwester. Ich freue mich schon jetzt wie eine Verrückte. Eine ganze Woche. Juhu…

Wenn wir zurück sind gibt es einen Reisebericht mit haufenweise Fotos, versprochen… und so lange schwelge ich eben noch ein bisschen in Erinnerungen und plane unsere Reise.

Habt es fein,

eure Rena

Werbeanzeigen

Azoren – Teil IV

Kommen wir nun zum letzten Teil meines Reiseberichts.

Der absolute Favorit meiner Reise. Die Walbeobachtung. Es war ein absolut unvergessliches Erlebnis. Entgegen meiner üblichen Gewohnheiten blieb die Kamera im Auto während ich auf dem Meer war. Ich wollte den Moment ganz und gar in mich aufsaugen und zu hundert Prozent genießen. Und es war nicht nur gut, es war atemberaubend. Aber am besten fange ich von Vorne an. Obwohl ich mich über die Azoren belesen hatte, war mir nicht richtig bewusst, das sie für Walbeobachtungen bekannt sind. Erst durch einen Freund von mir wurde ich darauf aufmerksam. Da ich auf keinen Fall auf einer Massenabfertigung landen wollte, durchstöberte ich vorab das Internet nach guten Anbietern für eine Walbeobachtung. Ich entschied mich schließlich für TERRA AZUL. Das Unternehmen bietet diverse Ausflüge an. Aber mich interessierte ja nur ein spezieller Ausflug.

Mit einem 12-Personen-Zodiac ging es hinaus aufs Meer. Ganze 40 Minuten fuhren wir. Man hörte gelegentlich mal einen Funkspruch der „Watch out“-Posten an Land. „Go left“ oder „Turn right“. So werden die Boote von TERRA AZUL übrigens zu den Walspots geleitet. Es gibt mehrere Posten an der Küste, welche mit Ferngläsern bewaffnet die Gewässer um Vila Franca do Campo beobachten. Sehen Sie etwas (und das ist nicht immer so leicht, denn größere Schwärme von Krill können oftmals für einen Wal gehalten werden), geben Sie den Booten durch in welche Richtung sie drehen sollen. Genauso war es. Unser erster Hinweis erwies sich also gleich mal als Krillwolke. Natürlich kam man nicht umhin ein wenig Enttäuschung zu verspüren. Doch nur wenige Minuten später hatten nicht nur wir die Krillwolke entdeckt, sondern auch ein riesiger Wal. Ganz plötzlich und unerwartet tauchte die Finne (die Rückenflosse) neben unserem Boot auf. Wenige Meter von uns entfernt. Der Guide erklärte uns, dass es sich bei dem Wal um einen Finnwal handelte. Der zweitgrößte Wal gleich hinter dem Blauwal. Finnwale gehören, genau wie der Blauwal, zu den Furchenwalen. Sie ernähren sich hauptsächlich durch den bereits erwähnten Krill. Dreimal konnten wir den Rücken dieses majestätischen Tieres bewundern, bevor er wieder in den Tiefen des Ozeans abtauchte. Ich wäre bereits nach dieser Sichtung vollkommen zufrieden gewesen, doch das Boot steuerte weiter weg von der Küste. Weitere 20 Minuten vergingen, als das Boot einen kräftigen Schwenker nach Links machte. Ein weiterer Wal war gesichtet worden. Nach kurzer, aber extrem schneller, Fahrt hielt das Boot an und wir trieben auf den Wellen. Der Guide mahnte uns ruhig sitzen zu bleiben und zu warten, ein Wal würde geradewegs auf uns zu steuern, aber wir sollten uns ein wenig gedulden. Damit die Tiere nicht von den Motorengeräuschen verscheucht werden, wäre es besser ein Stück entfernt zu warten. Die Minuten verstrichen und die Hälse wurden immer länger. Die kleinste Schaumkrone wurde genauestens begutachtet. Waren dort hinten etwa Luftblasen zu sehen? Was ist denn das Weiße dort drüben? Das Weiße dort drüben  stellte sich übrigens als eine Möwe heraus. Man konnte förmlich die Spannung greifen. Und dann hörten wir den Guide, der sagte wir sollen nach rechts vorne blicken, dort sei ein Schatten zu erkennen. Die Augen wurden immer größer. Und dann war er da, ein gigantischer Blauwal. Zunächst war „nur“ seine Finne zu sehen, gefolgt von seinem mächtigen Rücken. Der Wal zog langsam an uns vorbei. Es war unglaublich. Und gerade als er weit genug entfernt war um ihn kaum noch ausmachen zu können, passierte es, er tauchte mit einem Wink seiner Fluke (Schwanzflosse) ab. Spätestens da standen mir die Tränen in den Augen. Ein Erlebnis was ich niemals vergessen werde. Doch das sollte noch nicht alles sein. Als der „Watch-out“ eine Gruppe von „Common Dolphins“ entdeckte, steuerte unser Boot darauf zu. Doch soweit kamen wir nicht. Diesmal tauchte der Finnwal praktisch direkt neben unserem Boot auf und die Besatzung hatten gerade noch Zeit den Motor abzustellen. Vielleicht fünf, sechs Meter, auf meiner Seite des Bootes, kam der Rücken des Wals zum Vorschein. Diesmal war das Tier so nah am Boot das man seine Zeichnung perfekt erkennen konnte und man, wenn auch nur annähernd, einen Eindruck von der schieren Größe des Wals bekommen konnte.  Ich war einfach nur glücklich an einem solchen Erlebnis teilhaben zu dürfen. Nachdem der Wal abgetaucht war, nahmen wir wieder Kurs auf die Delfingruppe. Als wir dort ankamen, entdeckten uns auch die Delfine und kamen auf unser Boot zu, sie lieferten sich ein wildes Wettrennen mit unserem Boot und waren, nach Aussage unseres Guides, sehr springfreudig. Die beiden Kinder an Bord quietschten jedesmal vor Vergnügen, wenn ein Delfin besonders nah an unser Boot kam, und auch wir Erwachsenen kamen nicht umhin mitzuquietschen.

Auf dem Rückweg zum Hafen drehten wir noch eine Runde um die Ilhéu de Vila Franca do Campo. Sie bildet einen perfekten Kreis und ist aus dem Krater eines unterseeischen (das heißt wirklich so) Vulkans entstanden. Früher war sie einmal im Privatbesitzes wurde jedoch zwischenzeitlich zu Staatseigentum und Naturschutzgebiet erklärt. In den Sommermonaten kann man in kleinen Gruppen die Insel erkunden und um sie herum wohl auch Meeresschildkröten beobachten. Da ich, wie bereits am Anfang erwähnt, keine Kamera mitgenommen habe, konnte ich an der Insel aber doch nicht das Fotografieren sein lassen. Wenn auch nur mit meinem Handy.

 

Für mich war es wirklich die absolute Krönung eines erlebnisreichen Urlaubs. Wer die Natur genauso liebt wie ich und nicht fußfaul ist, ist auf den Azoren definitiv gut aufgehoben. Für mich steht fest, die anderen acht Inseln müssen ebenfalls erkundet werden. Vielleicht nicht gleich nächstes Jahr, aber ich komme wieder.

Ihr habt Teil I – III verpasst?

Hier findet ihr sie:

Azoren – Teil I

Azoren – Teil II

Azoren – Teil III

Azoren – Teil III

Mmh eigentlich sollten es gar nicht so viele Teile werden… zu meiner Verteidigung ich bin schwer verliebt in die Azoren. Weiter geht es also mit meinen persönlichen Highlights.

Chá Gorreana

Chá Gorreana zählt zu einer der drei einzigen Teeplantagen in Europa und ist definitiv einen Abstecher wert. Neben der Besichtigung des Produktionsbetriebes (übrigens kostenlos), könnt ihr hier bei einer Tasse Tee (ebenfalls kostenlos) den Tag  mit Blick über die Teeplantage gemütlich ausklingen lassen. Habt ihr euch noch nicht genug ausgepowert? Kein Problem, schaut euch doch die Plantage ein wenig näher an und streift über den Rundweg durch die Teefelder. Dabei bekommt ihr einen fantastischen Ausblick bis runter zur Küste geschenkt und das, ihr dürft raten, kostenlos…  Natürlich gibt es einen  kleinen Laden in dem man Tee, Marmeladen und Gebäck kaufen kann. Ich habe mir schon vor Jahren angewöhnt verschiedene Teesorten aus meinen Urlauben mit nach Hause zubringen. Wenn man dann zu Hause den Tee zubereitet, kommen gleich die Urlaubsgefühle wieder hoch. Ich kann sowohl den Orange Pekoe wie auch den Broken Leaf sehr empfehlen. Wobei ihr den Zweiten vorab probieren könnt. Beide Teesorten sind sehr milde schwarze Tees, die nicht nur pur sehr gut schmecken, sondern sich ebenfalls hervorragend zur Zubereitung von Eistee eignen.  Euch fehlt es am Rezept? Dann geht’s hier zum DIY Eistee

 

Sete Cidades & verlassenes Hotel Monte Palace

Ruft man über Google die Sehenswürdigkeiten von Sao Miguel auf, stolpert man zwangsläufig fast als Erstes über den Sete Cidades, einen vulkanischen See im Westen der Insel. Einen Ausflug kann man wunderbar mit einen Abstecher zum verlassenen Hotel Monte Palace vereinen. Aber ich muss euch warnen… in meiner gesamten Woche auf der Insel bin ich wirklich wenigen Touristen begegnet. Um so mehr war ich von der schieren Anzahl von Reisebussen mit Touristen entgeistert, die aus dem nichts auftauchten. „Hilfe, schnell weg hier!!!“ war mein erster Gedanke. Klar man hat einen famosen Blick auf den Sete Cidades, gar keine Frage. Aber dieses Monstrum von einem Hotel ist wirklich ein absoluter Dorn in meinem naturliebenden Auge. Mir ist schleierhaft wie man in eine so unglaublich tolle Landschaft einen solch hässlichen Betonklotz setzten kann. Vielleicht war ich auch deswegen nicht mehr so begeisterungsfähig für den größten See der Insel. Oder es lag am eher bewölkten Himmel der die verschiedenen Farben des Sees nicht so richtig hervorheben konnte. Der See besteht aus zwei Teilen. Der kleinere vordere Bereich scheint in einem leuchtendem Grün, während der hintere Teil in einem tollen Blau erstrahlen soll. So zu mindestens in der Theorie. Warum ich es dennoch mit in die Highlights aufnehme? Irgendwie gehört es trotzdem dazu und ein Abstecher tut bei der geringen Größe der Insel nicht wirklich weh.

 

Furnas See

Eigentlich war der Tag mit nur einem kurzen Ausflug zu den nahgelegenen Fumarolen des Furnas Sees geplant. Ihr ahnt es sicher schon, es kam anders. Aber fangen wir am besten vorne an. Der Furnas See ist der zweit größte See der Insel und liegt im Osten in Mitten eines Naturschutzgebietes. Dementsprechend beeindruckend ist die Umgebung rund um den See. Direkt am Ufer findet man neben Fumarolen und Caldeiras (Dampfquellen) auch kleinere Geysire. Da diese Erscheinungen vulkanischen Ursprungs sind liegt ein durchdringender Geruch nach Schwefel in der Luft. Außerdem findet sich hier eine wirklich interessante Möglichkeit Essen zuzubereiten. Das traditionelle  Nationalgericht „Cozido das Caldeiras“ ist eine Art Eintopf, der in den heißen Erdlöchern rund um den See eingegraben wird und dann einige Stunden in der Erde vor sich hin schmort. Schön anzusehen ist das Gericht wirklich nicht. Aber ich bin der Meinung man sollte sich im Urlaub durchaus auch mal die einheimische Küche des Landes „antun“. Wobei „antun“ nun wirklich nicht das richtige Wort dafür ist. Der Cozido besteht aus verschiedenen Fleischsorten die zusammen mit Gemüse gegart werden. Durch den Verbleib im Erdloch, sind die Lebensmittel den Schwefeldämpfen ausgesetzt, wodurch das Gericht seinen typischen Geschmack erhält. Natürlich ist der Cozido nicht ausschließlich mit Fleisch zu bekommen, auch Fisch und vegetarische Variationen finden sich auf diversen Speisekarten wieder. Eins haben alle Varianten des Gerichtes jedoch gemeinsam, sie werden in einer gigantischen Portionsgröße serviert.

Am Furnas-See gibt es sowohl die Möglichkeit den See zu umrunden wie auch diverse andere Wanderpfade einzuschlagen. Nachdem die Fumarolen ausgiebig besichtigt waren, zog es mich weiter am See entlang. Ganz unscheinbar bog plötzlich ein Wanderpfad ab. Da der Blick den Hang hoch sehr vielversprechend aussah, wurde aus dem kurzen Ausflug eine etwas ausgiebigere Wanderung. Wasser war ausreichend in meinem Rucksack. Das Gleiche galt für meine Kamera, da konnte also nichts schief gehen. Vorab die Wanderung war extrem anstrengend weil sie die gesamte Kraterwand des Sees hinauf führte und das nahezu senkrecht. Aber sie war definitiv die schönste und beeindruckendste Wanderung des gesamten Urlaubs. Vorbei an einem verlassenen und bereits sehr verfallenem villenähnlichem Gebäude, über diverse Hängebrücken und wirklich abenteuerliche Wege, wird man mit einem atemberaubenden Blick über den See belohnt. Ein vierstündiger Ausflug der jeden einzelnen Tropfen Schweiß wert ist. Nebenbei fühlt man sich wie Lara Croft (in meinem Fall mit einer dezenten Umverteilung der Partien  Brust und Hintern) auf Entdeckungsreise.

 

Nordeste – Steile Klippen und Wasserfälle in Hülle und Fülle

Der vermutlich wildeste Teil der Insel ist der Bereich um Nordeste herum. Wunderschöne Aussichten über die Steilklippen hinweg, gepaart mit wilden Wanderwegen zu versteckten Wasserfällen. Unterwegs trifft man nur äußerst selten auf andere Menschen und kann damit vollkommen die Natur genießen. Manchmal bekommt man unverhofft Gesellschaft von Katzen oder Hühnern, die einen ein Stück des Weges begleiten, aber ansonsten ist man eher für sich alleine unterwegs. Der Wasserfall liegt ziemlich weit im Wald versteckt und der Weg stellte sich an diesem Morgen als etwas unwegsam heraus. Da es am Morgen einen kurzen Schauer gab, dampfte der gesamte Wald und der Boden war durch seinen Moosbezug ziemlich glitschig. Daher wurde sicherheitshalber die Kamera lieber drei vier mal mehr verstaut als sonst üblich. Sicher ist sicher und schließlich hatte ich erst anderthalb Jahre vorher meine alte Kamera in den USA geschrottet. Das brauche ich so schnell nicht noch mal…

 

Ihr hab die Teile I und II verpasst? Macht nichts hier gehts lang:

Azoren – Teil I

Azoren – Teil II

Azoren – Teil IV

 

Azoren – Teil II

Wenn ihr mit dem Gedanken spielt die Azoren zu besuchen, eins vorab, wie immer beim Wandern ist es wichtig, dass ihr genug Wasser (ich habe täglich drei bis vier 1,5 Liter Flaschen geleert) bei euch habt. Feste Schuhe und Sonnenschutz sollten auch dabei sein und für die Fotoverrückten unter euch, investiert in einen ordentlichen Rucksack. Die Azoren sind sehr bergig, die Wanderwegen nicht immer gut befestigt und ihr werdet oftmals beide Hände benötigen. Aber kommen wir nun zu meinen Highlights:

Verlassenes Energiewerk & Lago do Fogo

Ich gehöre nicht zu den Menschen die aufs grade Wohl in Urlaub fahren und sich überraschen lassen was das Land so zu bieten hat. Ich habe, wie in allen anderen Bereichen meines Lebens gerne einen Plan. Auch in diesem Fall habe ich ausgiebig Google bemüht um mir die Sehenswürdigkeiten, entsprechend meiner Vorlieben, herauszusuchen. In der Theorie hatte ich also einen Plan. Aber Google Maps hatte einen anderen Plan. Mitten im Nirgendwo verließ mich der GPS-Empfang. Kurze Zeit später war der Empfang wieder da und nur wenige Minuten später hatte ich angeblich das Ziel erreicht. Praktischer Weise an einem Parkplatz mit angrenzendem Wanderpfad. Es kam mir zwar ein wenig spanisch, oder in diesem Fall eher portugiesisch, vor dass der Wanderweg bergabwärts führte, aber nun ja, vielleicht lag der See „Lago do Fogo“ ja in einem der vielen Krater der Insel.  Von den leichten Zweifeln vollkommen unbeeindruckt, ging es also los… Immer schön dem Pfad folgend, den Berg runter, durch wunderschöne Wälder, vorbei an einem verlassenen Energiewerk.                                Yeah… unverhofft kam ich also gleich in den Genuss der ersten Lost Places Aufnahmen. Die Wanderung führte wie ihr euch sicherlich schon denken könnt nicht an den Lago do Fogo. Aber spätestens nach dem ich den ersten Wasserfall und eine wunderschöne Stelle, ähnlich einer Grotte gleich hinter dem Wasserfall, entdeckte, war der winzige Anflug von Ärger vergessen. Als ich dann irgendwann das Meer sehen konnte, beschloss ich dann doch umzudrehen und wieder zum Auto zurück zu wandern. Inklusive Hin- und Rückweg war ich rund 3,5 Stunden unterwegs. Der Wanderweg ist definitiv nichts für Anfänger und mit kleinen Kindern würde ich es mir dreimal überlegen ob ich es wagen würde (die Sicherungen sind teilweise sehr, nun ja, provisorisch). Besonders der Aufstieg (in diesem Fall der Rückweg) war sehr anstrengend, im Zickzack-Kurs die „Steilwand“ rauf. Obwohl es eher ein Unfall war, dass ich dort landete muss ich sagen gehört die Wanderung definitiv zu meinen Highlights. Übrigens hieß die Route „Quatro Fábricas da Luz“.

Zurück am Auto holte ich zum zweiten Versuch aus. Und stellt euch vor, diesmal kam ich doch tatsächlich am Lago do Fogo an. Wie der Name des Sees schon vermuten lässt liegt er meistens im Nebel. Wenn sich der Nebel allerdings verzieht und die Sonne die Wolken durchbricht, liegt vor einem ein See mit einem atemberaubenden Farbenspiel. Und ich hatte Glück. Kaum war ich angekommen, verzogen sich die Wolken und der leichte Nebelschleier. Tolle Aufnahmen des Sees waren mir also sicher. Der Lago do Fogo ist meiner Meinung nach ein absolutes Highlight, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Übrigens, wer den anstrengenden Abstieg und den doppelt so anstrengenden Aufstieg nicht scheut, sollte sich ungefähr zwei Stunden Zeit nehmen und den Weg vom Kraterrand runter zum See einplanen. Es lohnt sich definitiv. Der Weg ist zwar wohl eher ein Trampelpfad und die Stufen sind hauptsächlich aus festgetretenem Lehm und Brettern, in einem wahren Spektrum der Höhenunterschiede, „befestigt“. Teilweise ist auch mehr ein kleiner Sprung von einer Stufe zur Nächsten notwendig. Unten beim See angekommen überwindet man schließlich sogar eine Holzleiter und ist anschließend über sich selbst erstaunt wie viele Höhenmeter man hinter sich gelassen hat (das kommt übrigens kurz bevor man realisiert, das man diese Höhenmeter auch wieder hochklettern muss um zum Auto zu kommen). Die Mühe wird jedoch wirklich belohnt.

 

Ihr habt den ersten Teil verpasst – den findet ihr hier Azoren – Teil 1

Weitere Highlights findet ihr im  Azoren – Teil III

 

Azoren – Teil I

Mein erster Beitrag – worüber ich wohl schreiben könnte… mmh gar nicht so einfach… naja eigentlich schon… Im Herzen bin ich ein Weltenbummler und außerdem lassen sich Reisen ganz hervorragend mit dem einen oder anderen Foto verbinden. Einmal im Jahr muss ich sowieso zwangsläufig den Heimathafen verlassen. Es ist sozusagen unumgänglich. Und zwar so ziemlich genau in der letzten Märzwoche ergreife ich jedes Jahr die Flucht, denn ich mag meinen Geburtstag nicht sonderlich und bin dann lieber weit weit weg. Damit habe ich drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen und kann meinen Geburtstag in der Ferne genießen.

Dieses Jahr fiel die Wahl auf die Azoren. Und ich muss sagen es war eine gute Wahl. Die Azoren haben neben einer fantastischen Landschaft so Vieles zu bieten und das Wichtigste sie sind nicht vollkommen überrannt von Touristen. Passte also alles perfekt in mein Beuteschema. Da die Zeit für Inselhopping mit nur einer Woche etwas knapp bemessen war, habe ich mir für die Hauptinsel Sao Miguel entschieden. Die Insel ist die größter der Inselgruppe mitten im Pazifik und gehört zu Portugal. Das heißt jedoch noch lange nicht das Sao Miguel deswegen besonders groß sein muss. Gerade einmal 63 km ist die Insel lang und mit 744,6 km² nun wirklich nicht die Größte. Dafür trifft hier der Spruch „Klein aber fein“ vollkommen zu. Ihr habt sicherlich schon einmal vom „Azorenhoch“ gehört, was uns hier in Europa regelmäßig angenehmes Klima verschafft. Als ich die Insel Anfang der letzten Märzwoche betrat zeigte das Thermometer angenehme 20 Grad und diese Temperatur hielt die gesamte Woche in Etwa an. Optimales Wetter zum Wandern also.

Unerlässlich wenn man die Insel auf eigene Faust erkunden will ist ein Auto. Die Insel ist zwar nicht sehr groß, wenn man flexibel sein möchte kommt man um ein Auto jedoch nicht herum. Außerdem (jedenfalls in der Nebensaison, andere Jahreszeiten kann ich schlecht beurteilen) ist das Autofahren auf Sao Miguel extrem tiefenentspannt (ähnlich wie in Deutschland an einem Sonntag morgen um 6 Uhr). Ich entschied mich für die Autovermietung Ilja Verde. Absolut unproblematischer Ablauf, nette Mitarbeiter und relativ kostengünstig. Das Auto wählte ich bewusst aus der Kategorie „Renault Twingo oder ähnlich“ aus. Die Straßen auf den Azoren sind zwar gut ausgebaut, aber nicht in jedem Fall ausreichend breit. Mit einem kleinen Auto ist auch der kleinste Parkplatz kein Problem. Das einzige „Problem“, diese Fahrzeuge sind etwas übertrieben schlecht mit notwendigen PS ausgestattet. Okay vielleicht liegt es daran das ich schlichtwegs viele PS zu Hause zur Verfügung habe. Aber sagen wir einfach der dritte Gang war mein bester Freund. Über den vierten kam ich selten hinaus. Eine Motorbremsung war so gut wie nicht vorhanden. Aber hey es gibt Schlimmeres. Solltet ihr also mit einem solchen „Handicap“ nicht kurzfristig leben können, wählt eine Autokategorie mit mehr PS aus. 🙂

Mein Lager schlug ich in Furnas, einem kleinen Ort in der Gemeinde Povoação, auf. Furnas ist vor allem für seine heißen Quellen (logischer Weise vulkanischem Ursprungs), den fantastischen botanischen Park (Terra Nostra Garden) und sein leckeres Brot „bolos levedos“ – eine süßliche Brotart ungefähr von der Größe eines englischen Muffins- bekannt.  Praktischer Weise lag mein Hotel genau innerhalb des Terra Nostra Gardens. Für Hotelgäste ist der Eintritt in den Park mit seinen heißen Quellen nämlich kostenlos und rund um die Uhr geöffnet. Das riesige kreisrunde Thermalbecken des Parks ist gefüllt mit rostbraunem Wasser, was am hohen Eisengehalt liegt und unheimlich gut (Achtung spätestens jetzt merkt man das ich die 30ig schon hinter mir gelassen habe) für die Gelenke ist. Genau das Richtige nach einer anstrengenden Wanderung. Neben den drei Thermalbecken gibt es unzählige verwundene Pfade und Winkel des Parks zu erkunden. Auf Grund des besondern Klimas der Azoren ist die Pflanzenwelt besonders üppig. Um ehrlich zu sein, habe ich die ganze Zeit darauf gewartet das zwischen den Riesenfarnen ein Dinosaurier hervor stapft.

 

 

 

Hier geht’s weiter Azoren – Teil II