London – sechs Nächte, sieben Tage – Teil 3

Kommen wir nun zu meinem dritten und letzten Teil der London-Woche. Interesse an Teil 1 & Teil 2?

Tag 5 – Shopping, Shopping, Shopping…

Ganz ehrlich, wenn ihr euch nicht einen Tag freihaltet um in London, die nahezu unbegrenzten Einkaufsmöglichkeiten zu erkunden, kann ich nur sagen selbst schuld. London bietet von dem kleinen Trödelmarkt zum Designerlabel alles was sich das Herz wünschen kann. Deswegen eine kleine Auflistung an Einkaufs- und Bummelmöglichkeiten:

  • Camden Lock & The Stables –  Eigentlich handelt es sich hier um verschiedene Märkte die fließend in einander übergehen. Gerade seit ihr noch an Ständen mit günstigen Klamotten und billigen Sonnenbrillen vorbei geschlendert und schon erschnuppert ihr im nächsten Moment leckeres Streetfood. Da kann einem schon mal das Wasser im Mund zusammen laufen. Ein paar Ecken weiter dürft ihr dann in aller Ruhe bei Ständen mit schicken in Leder gebundenen Büchern und ausgefallener Deko stöbern. Der Camden Lock hält für jeden was bereit. Doch da er nicht mehr als Geheimtipp gilt, bringt Geduld mit, hier kann es gerade am Nachmittag extrem voll werden. Teilweise ist dann auch die Tube Station Camden Town wegen Überfüllung gesperrt. Entweder ihr weicht auf Busse aus oder ihr lauft ein kleines Stück zur nächsten Station. Übrigens unter der Woche ist zwar immer noch viel los, aber es ist nicht ganz so überlaufen.
  • Regent and Oxford Street – Vor Weihnachten der Hingucker im West End (ich sag nur Lichteralarm), besticht die Oxford Street wie auch die Regent Street durch ein Großaufgebot an namhaften Läden. Wer jetzt jedoch nur an Designer und Highfashion Label denkt ist falsch gewickelt. Es findet sich auch ohne Probleme was für den kleineren Geldbeutel. Einfach vom Piccadilly Circus losmarschieren. Ihr werdet sicherlich fündig.
  • Brick Lane – Die Brick Lane ist aktuell das must visit in London. Sie liegt im Stadtteil Spitalfields und damit in einem der angesagtesten Viertel. Warum? Ganz einfach… Rund um die Brick Lane findet sich unglaubliche Street Art. Praktisch an jeder Wand finden sich wahrhafte Kunstwerke. Schnappt euch unbedingt eine free Walking Tour Guide. Die Jungs und Mädels wissen unglaublich viele Hintergrundstorys und kennen die besten Ecken. Meistens dauern solche Touren rund 90 Minuten bis 2 Stunden. Lohnt sich in jedem Fall (nicht nur für einen ersten Überblick).
  • Notting Hill Farmer’s Market / Portobello Road Market – Ihr steht auf Trödelmärkte? Dann nichts wie hin zum Portobello Road Market. Während unter der Woche hauptsächlich Lebensmittel und Blumen auf den Auslagen feilgeboten werden. So wird am Wochenende allerlei Antikes und natürlich auch jede Menge Kleinkram ausgepackt. Was gibt es denn Besseres als an einem Samstag morgen mit einem Kaffee in der Hand zwischen den Ständen herum zu schlendern? Sozusagen auf den Spuren von Julia Roberts und Hugh Grant durch Notting Hill… Hach…
  • Borough Market – Egal was ihr vorher tut, kommt mit absolut leerem Magen. Und das meine ich wortwörtlich… Auf dem Borough Market findet ihr nicht nur super frisches Obst und Gemüse, sondern vor allem ausgefallenes Street food. Es gibt vom indischen Curry bis zum japanischen Burger einfach alles was einem das Wasser im Mund zusammen laufen lässt. Versprochen… Hier findet sich garantiert für jeden Geschmack etwas. Und auch für einen süßen Abschluss findet sich unter Garantie etwas.
  • Covent Garden –  Natürlich gibt es hier wie nahezu überall in London tolle Läden und schöne Stände, aber das eigentlich Interessante am Covent Garden sind die Straßenkünstler. Lange müsst ihr nicht suchen, ihr stolpert hundertprozentig über einen der vielen Straßenkünstler rund um den Covent Garden. Stellt euch dazu und genießt die Show. Stromert ein wenig durch die Gassen (ganz in der Nähe findet ihr übrigens Neal’s Yard) denn in Soho gibt es wahnsinnig gute Restaurants 😀

Tag 6 – Kew Royal Botanic Garden

Mein letzter Tag in London sollte ganz und gar im Freien stattfinden. Da ich ja sowieso schon total in englische Gärten verliebt bin und ich mir so sehr einen eigenen englischen Cottagegarten wünsche, was sollte da also besser passen als den Tag im Royal Botanic Garden zu verbringen. Etwas außerhalb vom Londoner Innenstadttrubel ist dieses wunderschöne Stück Land zu finden. Der Park ist so liebevoll gestaltet und für jeden Naturliebhaber ein absolutes Muss. Es gibt nicht nur wunderschöne Themenbereiche, sondern auch tolle „Gewächshäuser“. Ich schreibe Gewächshäuser bewusst in Anführungsstrichen… warum? Schaut einfach in die Fotos, dann versteht ihr es… 😉 Unter anderem findet sich dort ein Baumwipfel-Pfad. Wer halbwegs schwindelfrei ist sollte definitiv einen Abstecher in die Baumkronen wagen. Der tolle Ausblick ist garantiert. Außerdem habt ihr in Kew einige riesige tropische Gewächshäuser. Unter anderem das älteste Gewächshaus aus der Kombination Stahl und Glas. Das Palmhaus wurde erst vor kurzem komplett überholt und zeigt einige seltene Pflanzen die von über all aus der Welt zusammengetragen wurden… aber seht selbst…

 

Und während ich den Beitrag noch mal quer lese packt mich schon wieder die Lust, ein Ticket nach London zu buchen… Ich hoffe ich konnte dem einen oder anderen ebenfalls Lust auf die britische Hauptstadt machen. Übrigens ja mein Blog beinhaltet wie immer ggf. Werbung da ich ja über diverse Ausflugsziele schreibe. Aber wie immer ist diese absolut umbeauftragt und vor allem unbezahlt. Sowohl die Reise wie auch die Eintrittspreise sind von mir selbstständig finanziert. 😀

 

London – sechs Nächte, sieben Tage – Teil 2

Und weiter geht es mit meinem kleinen Ausflug nach London… Zum ersten Teil geht’s im Übrigen hier lang.

TAG 3 – Harrods – Albert Memorial – Kennsington Garden – Buckingham Palace – Fortnum & Masons – Piccadilly Circus – British Museum

Nach einem ausgiebigen Frühstück mit super fluffigen Croissants und leckerem White Flat, ging es für mich vom East End Londons nach Belgravia. Der Stadtbezirk ist wirklich hübsch anzusehen. Neben den üblichen Verdächtigen wie das Luxuskaufhaus Harrods und natürlich das Instagramm gehypte Café Peggy Porschen, ist es wirklich lohnenswert einfach mal so durch die Straßen zu schlendern und die edwardianischen und viktorianischen Häuser mit teilweise beeindruckender Dekoration zu bewundern.

Von Belgravia ist es ein Katzensprung am Albert Memorial vorbei bis zum Kennsington Garden, der für mich schönste Park in London ist. Der „Sunken Garden“ gleich neben dem Kennsington Palace ist so unglaublich schön angelegt, die zugewachsenen Tunnel, und gewundenen Pfade verlocken zu einem gemütlichen Spaziergang. Hier ist vom Großstadttreiben nichts zu spüren. Kleiner Tipp von mir: Unbedingt Erdnüsse einpacken. Denn wer eine Nuss in der Tasche hat, der kann sich drauf verlassen, Besuch von einem der zutraulichen Eichhörnchen zu bekommen. 🙂

Da ich grundsätzlich gerne zu Fuß unterwegs bin, ging es gemütlich quer durch den Kennsington Garden, durch den Hyde Park rüber Richtung Buckingham Palace. Jedoch  solltet ihr die Strecke nicht unterschätzen (da ich den gesamten Tag gelaufen bin sind in Summe rund 20 km zusammengekommen). Die Lauffaulen unter euch müssen jetzt allerdings keine hektischen Flecken bekommen. London hat ein fantastisch ausgebautes Ubahn- und Bus-Netz. Ihr könnt also auch ganz bequem von einem zum nächsten Ort fahren. Ich genieße es nur die Stadt zu Fuß zu erkunden, dabei stolpert man nämlich regelmäßig über tolle Straßenzüge, kleine verträumte Parks oder interessante Einkaufsmöglichkeiten.

 

Den Abschluss diesen Kilometer reichen Tages bildete das British Museum. Leute alleine das Foyer ist der absolute Wahnsinn. Wer durch die Türen des Museums schreitet, ohne das ihm die Luft weg bleibt, dem ist meiner Meinung nach nicht mehr zu helfen.  Der absolute Wahnsinn. Plant euch in jedem Fall genug Zeit ein, denn das Museum ist riesig und es gibt viele interessante Artefakte zu bestaunen…

 

TAG 4 – Harry Potter Studio Tour

Der vierte Tag war im wahrsten Sinne des Wortes magisch. Es ging in die Harry Potter Studios. Um es kurz zu machen, wer die Filme liebt kann sich den Tagesausflug ruhig gönnen. Die Tour dauert länger als man vielleicht vermuten würde. Das liegt ganz einfach daran, das man nach einer persönlichen Begrüßung durch die Hauptdarsteller 😉 frei durch die Studios laufen kann und die unzähligen Requisiten bestaunen kann. Dabei gibt man selbst das Tempo an.  Für mich war das Highlight die Zauberer Bank Gringotts. Dort wurde es förmlich feuerheiß. Aber ich glaube am besten lasse ich für diesen Ausflug einfach die Bilder sprechen.

 

Wenn ihr noch genug Atem für den dritten Teil habt, geht es hier lang.

 

P.S.: Der Beitrag kann Werbung beinhalten, diese ist wie üblich weder bezahlt noch beauftragt. Alle Reisekosten sind von mir selbst bezahlt und nicht in irgendeiner Form gesponsert.

London – sechs Nächte, sieben Tage – Teil 1

Vorab muss ich leider gleich zugeben, ich bin vernarrt in London. Für mich gibt es keine schönere und abwechslungsreichere Stadt. Wenn ich nicht einmal im Jahr mein Köfferchen packen und Englands Hauptstadt besuchen kann, fehlt mir was.

Im Mai war es soweit. Eine ganze wundervolle Woche die Londoner Luft schnuppern. Die Themse langschlendern, auf den vielen Streetfood Märkten schlemmen, Leute aus einem Café heraus beobachten, Geld auf der Oxford Street verschleudern, in einem der vielen Parks die Sonne genießen und faulenzen. Ach einfach herrlich. Aber fangen wir doch am besten von vorne an.

TAG 1  – Anreise – Leadenhall Market – St. Pauls Cathedral – Millenium Bridge – Tate Modern

Um sechs in der Früh, Schlaf noch in den Augenwinkeln, aber schon dieses schöne erwartungsvolle Kribbeln in der Magengrube, ging es für mich ohne größere Zwischenfälle, Staus oder Vollsperrungen nach Frankfurt zum Flughafen. Wer mich kennt der weiß das ich nicht unbedingt gerne von Frankfurt fliege. Der Flughafen ist mir einfach zu groß und überfüllt, da lob ich mir München. 😛 Aber wie es nun mal immer ist im Leben, man nimmt auch mal kleine Abstriche hin, wenn der Preis stimmt. Leider gut eine Stunde zu spät rollte der Flieger dann endlich um kurz vor zwölf über die Startbahn (wegen Instandhaltungsmaßnahmen waren Rollbahnen gesperrt und so stauten sich die Flugzeuge in langen Reihen auf den verbleibenden Bahnen). Wie auch immer der Pilot es geschafft hatte, wir landeten trotzdem mit nur zehn Minuten Verspätung in London Heathrow.

Fix auf das Gepäck warten und dann nichts wie vor zum Aufladen der OysterCard und ab in die Tube. Wer die OysterCard noch nicht kennt und einen Aufenthalt in London plant sollte sich schleunigst mit ihr beschäftigen. Ohne Sie geht nichts mit den öffentlichen Verkehrsbetrieben, auch genannt TfL (Transport for London). Naja eigentlich geht schon was, allerdings ist sie echt praktisch. Man lädt ein Guthaben auf und kann fortan mit der Card sowohl Bus wie auch Tube oder Bahn fahren. Wer wie ich sieben Tage bleibt und sich die Stadt anschauen mag, dem empfehle ich eine 7 Tage Tavelcard. Für die Zonen 1-2, welche übrigens absolut ausreichend ist um London ausgiebig erkunden zu können, bezahlt ihr rund 35 Pfund +  5 Pfund Pfand für die Karte selber.  Für den Fall das ihr ein Ziel außerhalb der beiden Zonen besuchen wollt, ladet ihr euch einfach fünf bis zehn Pfund auf die OysterCard und die Zusatzkosten werden automatisch vom Guthaben abgezogen. Ihr seht also total praktisch… Die Karte könnt ihr im Übrigen nach eurem Aufenthalt an jedem Automaten zurückgeben. Dort bekommt ihr dann auch den Pfand und das verbliebene Extra-Guthaben (nicht die Kosten der Travelcard, die sind futsch) zurück. Von Heathrow fährt im Übrigen die Piccadilly Line direkt durch in Londons Zentrum.  Wenn ihr mehr Informationen zur OysterCard, den Öffentlichen oder den verschiedenen Tickets und Karten von London (Tube Stations, Buspläne, etc.) braucht, lege ich euch die Webseite der TfL ans Herz. Dort findet ihr wirklich alles was wissenswert ist.

Nach gut einer Stunde in der Tube, übrigens benötigt ein Taxi ungefähr genauso lange und ist um ein Vielfaches teurer, endlich im Hotel angekommen. Schnell einchecken, Klamotten wechseln und dann nichts wie los ins Abendteuer. Am ersten Tag stand nur leichtes Programm auf dem Plan, ein gemütlicher Spaziergang mit Start an der Leadenhall Market, rüber zu St. Pauls Cathedral, auf der Millenium Bridge den Ausblick auf die Stadt genießen und noch ein kleiner Abstecher ins Tate Modern.

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Der Leadenhall Market ist eine, sagen wir mal überdachte Einkaufsstraße oder -passage mit wunderschönen kleinen Geschäften und gemütlichen Restaurants. Die Architektur ist es definitiv wert bestaunt zu werden und außerdem ist der Markt wirklich Instagramm tauglich.

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Auch wenn ich St. Pauls schon mehr als einmal besucht habe so zieht es mich doch immer wieder zu diesem Prachtstück von einer Kirche, pardon Kathedrale, hin. Der Anblick ist nahezu majestätisch. Wer Interesse an der Architektur im Inneren hat kann für teuer Geld eine Führung mit Kuppelaufstieg erstehen. Allerdings kann man den Innenraum auch kostenlos bei einem Gottesdienst bestaunen.

Über die Millenium Bridge ging es weiter zum Tate Modern. Einem wahnsinnig schönem (und kostenlosem) Kunst-Museum. Wer sich für Kunst interessiert sollte jede Menge Zeit einplanen, denn das Museum ist groß und die Ausstellungen wechseln teilweise regelmäßig.

TAG 2  – Tower Bridge – Tower of London – Westminster Abbey- House of Parliament – Sky Garden  – Hey’s Galeria

Den zweiten Tag startete ich mit einem typischen Touri-Tag… Über die Tower Bridge ging es zum geschichtsträchtigen Tower of London, der von der Schatzkammer bis zur Folterkammer alles schon gesehen hatte.

Im Tower kann man Stunden verbringen, zahlreiche Ausstellungen und ein Ausblick auf die Skyline von London locken zum Erkunden. Die regelmäßigen Touren der Yeoman Warders oder umgangssprachlich der Beefeater (königliche Leibwache in orginalen Tudor Uniformen) sind wirklich interessant und gespickt mit britischem Humor. Die Tour dauert gut eine Stunde und gibt Einblicke in die Geschichte des Towers. Außerdem solltet ihr den Raben einen Besuch abstatten. Die sitzen übrigens wohl behütet in ihren Käfigen und leben ein Leben wie eine Made im Speck oder eben die Raben im Tower. Warum das alles? Ganz einfach eine Legende überliefert den Untergang des britischen Empire, sollten einmal keine Raben mehr auf dem Tower leben. Zur Sicherheit werden also sieben Raben gehalten. Die haben sogar ihren eigenen „Raven-Master“ der sich nur und ausschließlich um die königlichen Raben kümmert. Vom Tower aus ging es nach einem kleinen Abstecher im angesagte Coppa (einer Art Strandbar, mit „tropischen Iglus“ in der man hervorragende über junge Mädels, die versuchen das perfekte Instagrammbild zu schießen, schmunzeln kann) ging es weiter zur Westminster Abbey.

Zu einem absolut überteuerten Preis kann man die Krönungskirche der britischen Monarchen besichtigen. Da mir der Preis einfach zu teuer war ging es gleich weiter am House of Parliament, dem eingemummelten Big Ben und dem London Eye (die Fahrt kostet 28 Pfund und dauert eine halbe Stunde) zum Sky Garden. Ein Tipp von mir. Wer London von oben sehen will, sollte sich das Geld für das London Eye oder The Shard sparen und lieber einen kostenlosen Slot für den Sky Garden buchen. Wie schon erwähnt der Eintritt ist kostenlos und die Aussicht der Wahnsinn. Nebenbei kann man einen Drink an der Bar nehmen oder den tropischen Garten im 34. Stock bewundern.

 

Wer jetzt so sehr von der Aussicht geflashed ist, der hat sich etwas Abkühlung verdient. Daher lohnt sich ein Spaziergang an der Themse mit einem kleinen Abstecher zur Hey’s Galeria und dem Hafenteil in Southwark. Dort lässt sich wunderbar flanieren und es gibt viele tolle Restaurants.

Und wie ich gerade feststelle wird der Beitrag immer länger und länger, dabei bin ich gerade mal an Tag 2.  Welche Sehenswürdigkeiten an Tag 3 bis 7 entdeckt wurden, seht ihr hier:

London – sechs Nächte, sieben Tage – Teil 2

London – sechs Nächte, sieben Tage – Teil 3

 

P.S.: Wie üblich bei mir sind die Beitrag in keiner Form gesponsert oder in irgendeiner Form beauftragt. Alles was unter „Werbung“ fällt, weil Orte oder Geschäfte genannt werden beruht auf eigener Erfahrung. Ich bezahle alle Kosten wie immer selber. Werbung ist somit weder bezahlt noch beauftragt.

 

London – My all times favorite

Wenn es etwas gibt was ich wirklich wirklich liebe, dann ist es wohl das Reisen. Ich liebe es neue Orte zu entdecken, Kulturen kennen zu lernen und Länder zu bereisen. Es gibt Orte die schaut man sich einmal an und findet sie toll, spannend und sehenswert. Und dann gibt es diese Orte, die dich immer wieder magnetisch anziehen. Die dich von mal zu mal mehr in ihren Bann ziehen. Ein solcher Ort ist für mich London.

Ich liebe es durch die Viertel zu streifen und immer wieder neue Ecken zu entdecken. Abwechslung wird in London groß geschrieben. Da stehen alte historische Gebäude direkt neben moderner Architektur. Was normalerweise fehlplatziert wirken sollte, harmonisiert miteinander. An jeder Ecke gibt es Restaurants die Leckereien aus der ganzen Welt anbieten. Märkte mit allerlei Klamotten, Nützlichem und Unnützem, Lebensmitteln und Blumen scheinen förmlich überall darauf zu warten entdeckt zu werden. Londons Straßen pulsieren. Der Broker steht im Pub neben dem Gemüsehändler und plaudert über Sport. So ist das eben in London.

Normalerweise zieht es mich jedes Jahr einmal in Englands Hauptstadt. Dieses Jahr habe ich es leider nicht geschafft. Der Bau beansprucht momentan unsere gesamte Aufmerksamkeit und frisst hier und da schon mal an unserem finanziellen Handlungsspielraum rum. ABER letzte Woche war es dann so weit, ich habe ein neues „Opfer“ an Land gezogen, jemand der London bis dato noch nie gesehen hat. Natürlich habe ich mich freiwillig angeboten als Guide. In 2019 geht es wieder in meine Lieblingsstadt, gemeinsam mit meiner Schwester. Ich freue mich schon jetzt wie eine Verrückte. Eine ganze Woche. Juhu…

Wenn wir zurück sind gibt es einen Reisebericht mit haufenweise Fotos, versprochen… und so lange schwelge ich eben noch ein bisschen in Erinnerungen und plane unsere Reise.

Habt es fein,

eure Rena

Azoren – Teil IV

Kommen wir nun zum letzten Teil meines Reiseberichts.

Der absolute Favorit meiner Reise. Die Walbeobachtung. Es war ein absolut unvergessliches Erlebnis. Entgegen meiner üblichen Gewohnheiten blieb die Kamera im Auto während ich auf dem Meer war. Ich wollte den Moment ganz und gar in mich aufsaugen und zu hundert Prozent genießen. Und es war nicht nur gut, es war atemberaubend. Aber am besten fange ich von Vorne an. Obwohl ich mich über die Azoren belesen hatte, war mir nicht richtig bewusst, das sie für Walbeobachtungen bekannt sind. Erst durch einen Freund von mir wurde ich darauf aufmerksam. Da ich auf keinen Fall auf einer Massenabfertigung landen wollte, durchstöberte ich vorab das Internet nach guten Anbietern für eine Walbeobachtung. Ich entschied mich schließlich für TERRA AZUL. Das Unternehmen bietet diverse Ausflüge an. Aber mich interessierte ja nur ein spezieller Ausflug.

Mit einem 12-Personen-Zodiac ging es hinaus aufs Meer. Ganze 40 Minuten fuhren wir. Man hörte gelegentlich mal einen Funkspruch der „Watch out“-Posten an Land. „Go left“ oder „Turn right“. So werden die Boote von TERRA AZUL übrigens zu den Walspots geleitet. Es gibt mehrere Posten an der Küste, welche mit Ferngläsern bewaffnet die Gewässer um Vila Franca do Campo beobachten. Sehen Sie etwas (und das ist nicht immer so leicht, denn größere Schwärme von Krill können oftmals für einen Wal gehalten werden), geben Sie den Booten durch in welche Richtung sie drehen sollen. Genauso war es. Unser erster Hinweis erwies sich also gleich mal als Krillwolke. Natürlich kam man nicht umhin ein wenig Enttäuschung zu verspüren. Doch nur wenige Minuten später hatten nicht nur wir die Krillwolke entdeckt, sondern auch ein riesiger Wal. Ganz plötzlich und unerwartet tauchte die Finne (die Rückenflosse) neben unserem Boot auf. Wenige Meter von uns entfernt. Der Guide erklärte uns, dass es sich bei dem Wal um einen Finnwal handelte. Der zweitgrößte Wal gleich hinter dem Blauwal. Finnwale gehören, genau wie der Blauwal, zu den Furchenwalen. Sie ernähren sich hauptsächlich durch den bereits erwähnten Krill. Dreimal konnten wir den Rücken dieses majestätischen Tieres bewundern, bevor er wieder in den Tiefen des Ozeans abtauchte. Ich wäre bereits nach dieser Sichtung vollkommen zufrieden gewesen, doch das Boot steuerte weiter weg von der Küste. Weitere 20 Minuten vergingen, als das Boot einen kräftigen Schwenker nach Links machte. Ein weiterer Wal war gesichtet worden. Nach kurzer, aber extrem schneller, Fahrt hielt das Boot an und wir trieben auf den Wellen. Der Guide mahnte uns ruhig sitzen zu bleiben und zu warten, ein Wal würde geradewegs auf uns zu steuern, aber wir sollten uns ein wenig gedulden. Damit die Tiere nicht von den Motorengeräuschen verscheucht werden, wäre es besser ein Stück entfernt zu warten. Die Minuten verstrichen und die Hälse wurden immer länger. Die kleinste Schaumkrone wurde genauestens begutachtet. Waren dort hinten etwa Luftblasen zu sehen? Was ist denn das Weiße dort drüben? Das Weiße dort drüben  stellte sich übrigens als eine Möwe heraus. Man konnte förmlich die Spannung greifen. Und dann hörten wir den Guide, der sagte wir sollen nach rechts vorne blicken, dort sei ein Schatten zu erkennen. Die Augen wurden immer größer. Und dann war er da, ein gigantischer Blauwal. Zunächst war „nur“ seine Finne zu sehen, gefolgt von seinem mächtigen Rücken. Der Wal zog langsam an uns vorbei. Es war unglaublich. Und gerade als er weit genug entfernt war um ihn kaum noch ausmachen zu können, passierte es, er tauchte mit einem Wink seiner Fluke (Schwanzflosse) ab. Spätestens da standen mir die Tränen in den Augen. Ein Erlebnis was ich niemals vergessen werde. Doch das sollte noch nicht alles sein. Als der „Watch-out“ eine Gruppe von „Common Dolphins“ entdeckte, steuerte unser Boot darauf zu. Doch soweit kamen wir nicht. Diesmal tauchte der Finnwal praktisch direkt neben unserem Boot auf und die Besatzung hatten gerade noch Zeit den Motor abzustellen. Vielleicht fünf, sechs Meter, auf meiner Seite des Bootes, kam der Rücken des Wals zum Vorschein. Diesmal war das Tier so nah am Boot das man seine Zeichnung perfekt erkennen konnte und man, wenn auch nur annähernd, einen Eindruck von der schieren Größe des Wals bekommen konnte.  Ich war einfach nur glücklich an einem solchen Erlebnis teilhaben zu dürfen. Nachdem der Wal abgetaucht war, nahmen wir wieder Kurs auf die Delfingruppe. Als wir dort ankamen, entdeckten uns auch die Delfine und kamen auf unser Boot zu, sie lieferten sich ein wildes Wettrennen mit unserem Boot und waren, nach Aussage unseres Guides, sehr springfreudig. Die beiden Kinder an Bord quietschten jedesmal vor Vergnügen, wenn ein Delfin besonders nah an unser Boot kam, und auch wir Erwachsenen kamen nicht umhin mitzuquietschen.

Auf dem Rückweg zum Hafen drehten wir noch eine Runde um die Ilhéu de Vila Franca do Campo. Sie bildet einen perfekten Kreis und ist aus dem Krater eines unterseeischen (das heißt wirklich so) Vulkans entstanden. Früher war sie einmal im Privatbesitzes wurde jedoch zwischenzeitlich zu Staatseigentum und Naturschutzgebiet erklärt. In den Sommermonaten kann man in kleinen Gruppen die Insel erkunden und um sie herum wohl auch Meeresschildkröten beobachten. Da ich, wie bereits am Anfang erwähnt, keine Kamera mitgenommen habe, konnte ich an der Insel aber doch nicht das Fotografieren sein lassen. Wenn auch nur mit meinem Handy.

 

Für mich war es wirklich die absolute Krönung eines erlebnisreichen Urlaubs. Wer die Natur genauso liebt wie ich und nicht fußfaul ist, ist auf den Azoren definitiv gut aufgehoben. Für mich steht fest, die anderen acht Inseln müssen ebenfalls erkundet werden. Vielleicht nicht gleich nächstes Jahr, aber ich komme wieder.

Ihr habt Teil I – III verpasst?

Hier findet ihr sie:

Azoren – Teil I

Azoren – Teil II

Azoren – Teil III

Azoren – Teil III

Mmh eigentlich sollten es gar nicht so viele Teile werden… zu meiner Verteidigung ich bin schwer verliebt in die Azoren. Weiter geht es also mit meinen persönlichen Highlights.

Chá Gorreana

Chá Gorreana zählt zu einer der drei einzigen Teeplantagen in Europa und ist definitiv einen Abstecher wert. Neben der Besichtigung des Produktionsbetriebes (übrigens kostenlos), könnt ihr hier bei einer Tasse Tee (ebenfalls kostenlos) den Tag  mit Blick über die Teeplantage gemütlich ausklingen lassen. Habt ihr euch noch nicht genug ausgepowert? Kein Problem, schaut euch doch die Plantage ein wenig näher an und streift über den Rundweg durch die Teefelder. Dabei bekommt ihr einen fantastischen Ausblick bis runter zur Küste geschenkt und das, ihr dürft raten, kostenlos…  Natürlich gibt es einen  kleinen Laden in dem man Tee, Marmeladen und Gebäck kaufen kann. Ich habe mir schon vor Jahren angewöhnt verschiedene Teesorten aus meinen Urlauben mit nach Hause zubringen. Wenn man dann zu Hause den Tee zubereitet, kommen gleich die Urlaubsgefühle wieder hoch. Ich kann sowohl den Orange Pekoe wie auch den Broken Leaf sehr empfehlen. Wobei ihr den Zweiten vorab probieren könnt. Beide Teesorten sind sehr milde schwarze Tees, die nicht nur pur sehr gut schmecken, sondern sich ebenfalls hervorragend zur Zubereitung von Eistee eignen.  Euch fehlt es am Rezept? Dann geht’s hier zum DIY Eistee

 

Sete Cidades & verlassenes Hotel Monte Palace

Ruft man über Google die Sehenswürdigkeiten von Sao Miguel auf, stolpert man zwangsläufig fast als Erstes über den Sete Cidades, einen vulkanischen See im Westen der Insel. Einen Ausflug kann man wunderbar mit einen Abstecher zum verlassenen Hotel Monte Palace vereinen. Aber ich muss euch warnen… in meiner gesamten Woche auf der Insel bin ich wirklich wenigen Touristen begegnet. Um so mehr war ich von der schieren Anzahl von Reisebussen mit Touristen entgeistert, die aus dem nichts auftauchten. „Hilfe, schnell weg hier!!!“ war mein erster Gedanke. Klar man hat einen famosen Blick auf den Sete Cidades, gar keine Frage. Aber dieses Monstrum von einem Hotel ist wirklich ein absoluter Dorn in meinem naturliebenden Auge. Mir ist schleierhaft wie man in eine so unglaublich tolle Landschaft einen solch hässlichen Betonklotz setzten kann. Vielleicht war ich auch deswegen nicht mehr so begeisterungsfähig für den größten See der Insel. Oder es lag am eher bewölkten Himmel der die verschiedenen Farben des Sees nicht so richtig hervorheben konnte. Der See besteht aus zwei Teilen. Der kleinere vordere Bereich scheint in einem leuchtendem Grün, während der hintere Teil in einem tollen Blau erstrahlen soll. So zu mindestens in der Theorie. Warum ich es dennoch mit in die Highlights aufnehme? Irgendwie gehört es trotzdem dazu und ein Abstecher tut bei der geringen Größe der Insel nicht wirklich weh.

 

Furnas See

Eigentlich war der Tag mit nur einem kurzen Ausflug zu den nahgelegenen Fumarolen des Furnas Sees geplant. Ihr ahnt es sicher schon, es kam anders. Aber fangen wir am besten vorne an. Der Furnas See ist der zweit größte See der Insel und liegt im Osten in Mitten eines Naturschutzgebietes. Dementsprechend beeindruckend ist die Umgebung rund um den See. Direkt am Ufer findet man neben Fumarolen und Caldeiras (Dampfquellen) auch kleinere Geysire. Da diese Erscheinungen vulkanischen Ursprungs sind liegt ein durchdringender Geruch nach Schwefel in der Luft. Außerdem findet sich hier eine wirklich interessante Möglichkeit Essen zuzubereiten. Das traditionelle  Nationalgericht „Cozido das Caldeiras“ ist eine Art Eintopf, der in den heißen Erdlöchern rund um den See eingegraben wird und dann einige Stunden in der Erde vor sich hin schmort. Schön anzusehen ist das Gericht wirklich nicht. Aber ich bin der Meinung man sollte sich im Urlaub durchaus auch mal die einheimische Küche des Landes „antun“. Wobei „antun“ nun wirklich nicht das richtige Wort dafür ist. Der Cozido besteht aus verschiedenen Fleischsorten die zusammen mit Gemüse gegart werden. Durch den Verbleib im Erdloch, sind die Lebensmittel den Schwefeldämpfen ausgesetzt, wodurch das Gericht seinen typischen Geschmack erhält. Natürlich ist der Cozido nicht ausschließlich mit Fleisch zu bekommen, auch Fisch und vegetarische Variationen finden sich auf diversen Speisekarten wieder. Eins haben alle Varianten des Gerichtes jedoch gemeinsam, sie werden in einer gigantischen Portionsgröße serviert.

Am Furnas-See gibt es sowohl die Möglichkeit den See zu umrunden wie auch diverse andere Wanderpfade einzuschlagen. Nachdem die Fumarolen ausgiebig besichtigt waren, zog es mich weiter am See entlang. Ganz unscheinbar bog plötzlich ein Wanderpfad ab. Da der Blick den Hang hoch sehr vielversprechend aussah, wurde aus dem kurzen Ausflug eine etwas ausgiebigere Wanderung. Wasser war ausreichend in meinem Rucksack. Das Gleiche galt für meine Kamera, da konnte also nichts schief gehen. Vorab die Wanderung war extrem anstrengend weil sie die gesamte Kraterwand des Sees hinauf führte und das nahezu senkrecht. Aber sie war definitiv die schönste und beeindruckendste Wanderung des gesamten Urlaubs. Vorbei an einem verlassenen und bereits sehr verfallenem villenähnlichem Gebäude, über diverse Hängebrücken und wirklich abenteuerliche Wege, wird man mit einem atemberaubenden Blick über den See belohnt. Ein vierstündiger Ausflug der jeden einzelnen Tropfen Schweiß wert ist. Nebenbei fühlt man sich wie Lara Croft (in meinem Fall mit einer dezenten Umverteilung der Partien  Brust und Hintern) auf Entdeckungsreise.

 

Nordeste – Steile Klippen und Wasserfälle in Hülle und Fülle

Der vermutlich wildeste Teil der Insel ist der Bereich um Nordeste herum. Wunderschöne Aussichten über die Steilklippen hinweg, gepaart mit wilden Wanderwegen zu versteckten Wasserfällen. Unterwegs trifft man nur äußerst selten auf andere Menschen und kann damit vollkommen die Natur genießen. Manchmal bekommt man unverhofft Gesellschaft von Katzen oder Hühnern, die einen ein Stück des Weges begleiten, aber ansonsten ist man eher für sich alleine unterwegs. Der Wasserfall liegt ziemlich weit im Wald versteckt und der Weg stellte sich an diesem Morgen als etwas unwegsam heraus. Da es am Morgen einen kurzen Schauer gab, dampfte der gesamte Wald und der Boden war durch seinen Moosbezug ziemlich glitschig. Daher wurde sicherheitshalber die Kamera lieber drei vier mal mehr verstaut als sonst üblich. Sicher ist sicher und schließlich hatte ich erst anderthalb Jahre vorher meine alte Kamera in den USA geschrottet. Das brauche ich so schnell nicht noch mal…

 

Ihr hab die Teile I und II verpasst? Macht nichts hier gehts lang:

Azoren – Teil I

Azoren – Teil II

Azoren – Teil IV

 

Azoren – Teil II

Wenn ihr mit dem Gedanken spielt die Azoren zu besuchen, eins vorab, wie immer beim Wandern ist es wichtig, dass ihr genug Wasser (ich habe täglich drei bis vier 1,5 Liter Flaschen geleert) bei euch habt. Feste Schuhe und Sonnenschutz sollten auch dabei sein und für die Fotoverrückten unter euch, investiert in einen ordentlichen Rucksack. Die Azoren sind sehr bergig, die Wanderwegen nicht immer gut befestigt und ihr werdet oftmals beide Hände benötigen. Aber kommen wir nun zu meinen Highlights:

Verlassenes Energiewerk & Lago do Fogo

Ich gehöre nicht zu den Menschen die aufs grade Wohl in Urlaub fahren und sich überraschen lassen was das Land so zu bieten hat. Ich habe, wie in allen anderen Bereichen meines Lebens gerne einen Plan. Auch in diesem Fall habe ich ausgiebig Google bemüht um mir die Sehenswürdigkeiten, entsprechend meiner Vorlieben, herauszusuchen. In der Theorie hatte ich also einen Plan. Aber Google Maps hatte einen anderen Plan. Mitten im Nirgendwo verließ mich der GPS-Empfang. Kurze Zeit später war der Empfang wieder da und nur wenige Minuten später hatte ich angeblich das Ziel erreicht. Praktischer Weise an einem Parkplatz mit angrenzendem Wanderpfad. Es kam mir zwar ein wenig spanisch, oder in diesem Fall eher portugiesisch, vor dass der Wanderweg bergabwärts führte, aber nun ja, vielleicht lag der See „Lago do Fogo“ ja in einem der vielen Krater der Insel.  Von den leichten Zweifeln vollkommen unbeeindruckt, ging es also los… Immer schön dem Pfad folgend, den Berg runter, durch wunderschöne Wälder, vorbei an einem verlassenen Energiewerk.                                Yeah… unverhofft kam ich also gleich in den Genuss der ersten Lost Places Aufnahmen. Die Wanderung führte wie ihr euch sicherlich schon denken könnt nicht an den Lago do Fogo. Aber spätestens nach dem ich den ersten Wasserfall und eine wunderschöne Stelle, ähnlich einer Grotte gleich hinter dem Wasserfall, entdeckte, war der winzige Anflug von Ärger vergessen. Als ich dann irgendwann das Meer sehen konnte, beschloss ich dann doch umzudrehen und wieder zum Auto zurück zu wandern. Inklusive Hin- und Rückweg war ich rund 3,5 Stunden unterwegs. Der Wanderweg ist definitiv nichts für Anfänger und mit kleinen Kindern würde ich es mir dreimal überlegen ob ich es wagen würde (die Sicherungen sind teilweise sehr, nun ja, provisorisch). Besonders der Aufstieg (in diesem Fall der Rückweg) war sehr anstrengend, im Zickzack-Kurs die „Steilwand“ rauf. Obwohl es eher ein Unfall war, dass ich dort landete muss ich sagen gehört die Wanderung definitiv zu meinen Highlights. Übrigens hieß die Route „Quatro Fábricas da Luz“.

Zurück am Auto holte ich zum zweiten Versuch aus. Und stellt euch vor, diesmal kam ich doch tatsächlich am Lago do Fogo an. Wie der Name des Sees schon vermuten lässt liegt er meistens im Nebel. Wenn sich der Nebel allerdings verzieht und die Sonne die Wolken durchbricht, liegt vor einem ein See mit einem atemberaubenden Farbenspiel. Und ich hatte Glück. Kaum war ich angekommen, verzogen sich die Wolken und der leichte Nebelschleier. Tolle Aufnahmen des Sees waren mir also sicher. Der Lago do Fogo ist meiner Meinung nach ein absolutes Highlight, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Übrigens, wer den anstrengenden Abstieg und den doppelt so anstrengenden Aufstieg nicht scheut, sollte sich ungefähr zwei Stunden Zeit nehmen und den Weg vom Kraterrand runter zum See einplanen. Es lohnt sich definitiv. Der Weg ist zwar wohl eher ein Trampelpfad und die Stufen sind hauptsächlich aus festgetretenem Lehm und Brettern, in einem wahren Spektrum der Höhenunterschiede, „befestigt“. Teilweise ist auch mehr ein kleiner Sprung von einer Stufe zur Nächsten notwendig. Unten beim See angekommen überwindet man schließlich sogar eine Holzleiter und ist anschließend über sich selbst erstaunt wie viele Höhenmeter man hinter sich gelassen hat (das kommt übrigens kurz bevor man realisiert, das man diese Höhenmeter auch wieder hochklettern muss um zum Auto zu kommen). Die Mühe wird jedoch wirklich belohnt.

 

Ihr habt den ersten Teil verpasst – den findet ihr hier Azoren – Teil 1

Weitere Highlights findet ihr im  Azoren – Teil III